Kitas und Schulkindbetreuung – dringender Handslungsbedarf

Am Donnerstag 18.04.19 hatte die SPD Altrip zum Thema Kitas und Betreuende Grundschule in Altrip eingeladen. Mit der Betreuenden Grundschule beschäftige ich mich schon länger und im Januar hatte ich die Gelegenheit die Einrichtung zu besuchen. Die Container, die nur ein Provisorium sein können, platzen aus allen Nähten. Für nächstes Schuljahr werden 12 Plätze fehlen, weil die Kapazitätsgrenze von 100 Kindern erreicht sein wird.
Mit den Kitaplätzen sieht es in Altrip leider nicht besser aus. Bei unseren Infoständen und per E-Mail berichteten mir Eltern, dass sie keinen Betreuungsplatz für ihre Kinder bekommen. Auf meine Nachfrage bei der Gemeinde wurde mir Ende 2018 von 54 Fehlplätze berichtet, im April bekam ich von der Verbandsgemeinde mitgeteilt, dass man im nächsten Kindergartenjahr bereits 70 Plätze zu wenig hat. Die Gemeinde Altrip wird eine Kita bauen, diese soll allerdings erst 2020/2021 bezugsfertig sein. Diese Kita wird auch nur den aktuellen Bedarf abdecken, wenn überhaupt. Außerdem werden die 75 neuen Kita-Plätze nicht alles Ganztagsplätze sein, aber genau diese Ganztagsplätze werden so dringend gebraucht. Denn vom Betreuungsangebot in Kitas hängt es ab, ob beide Elternteile arbeiten gehen können. Wie wichtig es ist, dass beide Elternteile arbeiten gehen können, zeigt die Diskussion um die Altersarmut, die vor allem Frauen trifft. Das gilt ebenso für die Betreuungsplätze in der Schulkindbetreuung. Auch wenn es sich hierbei um eine freiwillige Leistung handelt, ist die Gemeinde gefordert ein familienfreundliches Klima zu schaffen, dass Eltern und Kinder unterstützt.
Ich werde mich dafür einsetzten, dass hier Lösungsangebote gefunden werden. Das wird nicht von heute auf morgen möglich sein, aber für mich ist das eine der größten Herausforderungen die unsere Gemeinde zu schultern hat. Mein Ziel für die Kitas sind mehr Ganztagsplätze, mehr Transparenz bei der Platzvergabe, angepasste Öffnungszeiten und einen Ausbau der Kitaplätze und der Schulkindbetreuung










Besuch der Betreuenden Grundschule in Altrip
Ende Januar hatte ich die Gelegenheit, die Betreuende Grundschule zu besuchen. Das Thema beschäftigt mich schon lange und endlich konnte ich mir diese Einrichtung vor Ort anschauen.
Die Betreuerinnen haben sich mit dem eigentlichen Provisorium, den Containern, gut arrangiert. Die Räume sind sehr liebevoll gestaltet und schön dekoriert. Ich denke hier wurde alles aus den Räumlichkeiten rausgeholt, was möglich war und die Kinder und Betreuerinnen fühlen sich insgesamt wohl.

Selbstverständlich gibt es Verbesserungsbedarf: diese Räumlichkeiten waren im vergangenen Sommer 2018, eine Zumutung. Es war unerträglich heiß, so dass man jetzt über die Anschaffung einer Klimaanlage nachdenkt.Andererseits ist der „Aufenthaltsbereich“ der Betreuerinnen – ein großer Tisch an dem alle Platz finden – gleich neben der Eingangstür. Leider ohne jede weiteren Schutz, so dass es dort im Winter, immer wenn die Tür aufgeht, entsprechend kalt wird. Man kann sich vorstellen, dass das bei so vielen Kindern häufig der Fall ist.

Das Festnetz in der Einrichtung ist an den Kindergarten angeschlossen, so dass die Reichweite des Endgerätes ungenügend und die Sprachqualität mitunter katastrophal ist. Einen Anrufbeantworter für die betreuende Grundschule gibt es nicht.

Das größte Problem, so wurde mir geschildert, ist die Situation im Edith-Stein-Haus, dort wo die Kinder ihr Mittagessen einnehmen.
Das Gebäude ist sehr in die Jahre gekommen und ist nicht wirklich Kindgerecht eingerichtet. Auch die Küche hat ihre besten Zeiten hinter sich, vom wiederholten Ausfall der Heizung im vergangenen Winter ganz zu schweigen. Mittlerweile steht auch kein Telefon im Edith-Stein-Haus mehr zur Verfügung, so dass während des Mittagessens nur mit den privaten Handys der Belegschaft telefoniert werden kann und dort auch nur über diesen Weg erreichbar ist.

Die Nutzung des Schulhofes war ein weiterer Punkt, der mir geschildert wurde. Der Schulhof ist für Kinder nach der Schulzeit zum Spielen freigegeben. Das haben wir im Gemeinderat so beschlossen. Dadurch ist es jetzt so, dass während der Zeit der Schulkindbetreuung auch andere Kinder zum Spielen auf den Schulhof kommen. Die Aufsichtsplicht der Betreuerinnen wird hier eine Herausforderung, weil sie alle im Blick haben müssen. Jüngere Kinder könnten sich zum Beispiel verletzten, wenn die älteren Schulkinder ausgelassen Ball spielen, und die Kleinen von diesem getroffen würden.
Darum sollten wir im Gemeinderat eine Lösung mit der Schulkindbetreuung und der Schulleitung suchen.

Es gab noch weitere Punkte an Verbesserungsvorschläge und –wünsche von den Betreuerinnen, an denen ich gemeinsam mit dem Fachpersonal arbeiten möchte.

Mein Fazit: die Belegschaft der Schulkindbetreuung ist sehr motiviert und arrangiert sich mit den Gegebenheiten obwohl diese zum Teil, wie ich finde, untragbar sind.

Ich werde mich für einen An- und Ausbau der Schulkindbetreuung einsetzten in der eine Mensa und die Schulkindbetreuung selbst untergebracht ist.